Nashgotiation

Eine Nashgotiation oder andere Form der Konfliktlösung könnte für Sie interessant sein, wenn Sie sich bereits in einer Auseinandersetzung befinden, wenn Sie über die Geltendmachung z.B. von Rückzahlungen oder eigenen Schadensersatzansprüchen nachdenken bzw. eine Klage angekündigt bekommen oder schon erhalten haben.

Was ist eine Nashgotiation? Nun, die Wortschöpfung ist tatsächlich eine eigene. Sie setzt sich zusammen aus dem Wort “negotiation”, also Verhandlung, und dem sog. “Nash equilibrium“. Dahinter steht der Gedanke, dass es unter Umständen eine Lösung gibt, die für Streitparteien derart attraktiv ist, dass keine mehr ein Interesse hat, hiervon abzuweichen und/oder für riskante Alternativen zu kämpfen.

Hier können verschiedene Ansätze zum Tragen kommen:

Etwa der Mathematische, bei dem alleine die Zahlen zählen. Wo es von Anfang an klar ist, hier wird es keinen Gewinner geben, alle Streitparteien werden nur noch mehr Verluste machen. An der Stelle ist eine gute Basis für außergerichtliche Verhandlungen gegeben, weil alle Parteien ein ernsthaftes Interesse an der Kostenvermeidung haben.

Auch die Gefährdung der Reputation kann geldwerte Verluste bedeuten, die durch eine Kostenerstattung nach einem möglicherweise nach Jahren gewonnenen Prozess nicht ausgeglichen werden können. Insbesondere heute können ethische Erwägungen und Aktionen erheblichen positiven Einfluss auf die eigene Zukunft haben. Ein vorausschauendes Verhalten, welches kurzfristig wie Nachgeben erscheinen mag, kann langfristig von größerem wirtschaftlichen Mehrwert sein als ein kurzfristiges Plus. Wenn man die Außenwirkung der Handlungen eines Unternehmens in Zeiten von Social Media und Netzwerkeffekten in die Entscheidung zur außergerichtlichen Streitbeilegung einbezieht und damit ihre Bedeutung für die Kunden von heute und morgen, fällt man unter Umständen klügere Entscheidungen. Nur müssen diese Zusammenhänge und Effekte verstanden sowie übersehen werden können.

Doch so unterschiedlich die Faktoren für den Erfolg oder Nichterfolg einer außergerichtlichen Streitbeilegung sein können, so kann es im Einzelfall auch gar keine Alternative zum gerichtlichen Verfahren geben. Etwa, wenn es der gegnerischen Partei auf das Prinzip ankommt, jenseits vernünftiger Erwägungen.

In jedem Fall sollten Sie die Möglichkeiten und Chancen eines Obsiegens bzw. Gefahren des Unterliegens vorher eingehend prüfen. Gerade im Bereich der neuen Technologien und (vermeintlich) innovativen Geschäftsmodelle kann dies bisweilen schwierig sein, weil ihre Vereinbarkeit mit teilweise hundertjährigen Gesetzen viel Zusatzwissen im technischen Bereich erfordert. Soweit anhand Ihrer Angaben möglich, versuche ich eine erste Einschätzung der Erfolgsaussichten abzugeben, an der Sie Ihre Entscheidung ausrichten können. Schlussendlich stimmt jedoch die Aussage: Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand. Recht haben und Recht bekommen fallen oft auseinander. Als Rechtsanwalt kann man nur sein Bestes tun, um das Gericht zu überzeugen. Auch dieses Risiko der richterlichen und damit menschlichen Entscheidung sollten Sie in Ihre Entscheidung einstellen. Das bedeutet nicht, dass Sie gleich aufgeben sollten. Es bedeutet, dass Sie sich darauf einstellen müssen, dass ein Gerichtsverfahren möglicherweise mehrere Instanzen durchlaufen muss, bis eine akzeptable Entscheidung vorliegt.

  • Sind Sie interessiert an der Prüfung einer außergerichtlichen Konfliktlösung oder gar einer Zivilklage?
  • Wurde Ihnen eine Klageschrift zugestellt?

Dann sprechen Sie mich gerne an. Im letzteren Falle sollten Sie unbedingt vermeiden, bis wenige Tage vor Fristablauf mit der Inanspruchnahme eines Rechtsanwalts zu warten.